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Unser Standort bei Marine Traffic

Donnerstag, 10. August 2017 - 12:50 Uhr
"Leben bedeutet unterwegs zu sein, nicht möglichst schnell anzukommen."

Dies ist unser Leitspruch seit vielen Jahren g e w e s e n und besonders seit der Zeit (2012), in der wir mit unserem Schiff "Mariposa" unterwegs sind.

Leben heißt aber auch Veränderungen. Nun stehen wir wieder vor einer großen Veränderung, vielleicht sogar die Größte unseres Lebens.

Als wir im Mai 2015 die Leinen in unserem Heimathafen Wismar losgemacht haben, war schon in unseren Köpfen, dass, wenn wir einen schönen Ort zum "Altwerden" gefunden haben, wir so schnell nicht mehr nach Deutschland zurück kommen werden.
Diesen Platz haben wir nun gefunden.

WIR SIND ANGEKOMMEN!

Angekommen mitten im Atlantik, auf einer kleinen Insel der Azoren. Angekommen im Paradies, in unserem Paradies!

Heute sind wir genau ein Jahr auf "unserer" Insel São Jorge. Einer Insel mit 9.000 sehr freundlichen und tiefenentspannten Einwohnern und einer unbeschreiblich atemberaubender Natur.

Angekommen in einer Welt, weit weg von Hektik, Stress, Kommerz und Überversorgung.

Weit weg von einer Politik, die wir nicht mehr verstanden haben. Weit weg von einer Gesellschaft, in der wir uns immer unwohler gefühlt haben. Weit weg von einem Leben, wie wir es nicht mehr führen wollten.

NUN STARTEN WIR IN UNSER NEUES LEBEN!

Dazu gehört aber auch, dass wir dieses "Segel"-Online-Logbuch nicht mehr aktualisieren werden. Wir werden nur noch wenig segeln und damit haben wir vom Segeln nichts mehr zu berichten.
Vielleicht werden wir mal ein kleineres Boot oder auch nur ein "fishing boot" haben.

Unser "Mariposa" wird uns in den nächsten Monaten natürlich immer noch unser Zuhause sein. Wir sind auch sehr froh, dass wir unser gemütliches tolles Heim noch haben.

Sobald wir aber wieder ein Bett in einem festen Haus haben, geht unser Schiff aus dem Wasser und wird für den Verkauf vorbereitet.

LEBEN HEIßT VERÄNDERUNGEN!


PS. Wir werden über unser Bauvorhaben auf einer Insel im Atlantik natürlich berichten. Dazu schau einfach auf "Unsere Bauvorhaben".

Montag, 26. Juni 2017 - 23:59 Uhr
Angekommen

Bei schönstem Wetter haben wir am Sonnabend unsere kleine "Ankommensparty" gegeben. Natürlich auf unserem neuen Grundstück. Wo auch sonst, denn von hier aus hat man den schönsten Ausblick.

Improvisieren sind wir ja noch aus unserem früheren DDR-Leben gewohnt, also alles kein Problem.

Wie bestellt, passieren noch ein paar Wale unser Grundstück. Dann der Höhepunkt, drei Stand-Up-Paddler werden plötzlich von einer großen Delphinschule umringt und das Kennenlernen zwischen Mensch und Delphin ging eine gute Viertelstunde. Und das alles direkt vor unserem neuen Zuhause! Wir sind begeistert!

Freitag, 9. Juni 2017 - 21:37 Uhr
Zeit der vielen Feste

Mit Pfingsten hat hier auf den Azoren die lange Zeit der Feste begonnen.

Traditionelle Umzüge, Sopa´s und Käse-Brot-Wein-Abende sind nahezu an der Tagesordnung. Hinzu kommen die blutlosen Straßenstierkämpfe und viel Kultur. Man weiß oft schon gar nicht mehr wo man hin gehen soll.

Hier sind wir in Manadas zu einer Sopa. Bei einer Sopa werden riesige Mengen an leckerem Rindfleisch gekocht und mit einer schmackhaften Brotsuppe und viel Rotwein gereicht. Jeder kann kommen und alles ist gespendet.

Ein alte Tradition, wo begüterte Leute der armen Bevölkerung ein hochwertiges Essen spendeten. Heute gehört es zum guten Ton an einer Sopa teilzunehmen.

Samstag, 20. Mai 2017 - 21:05 Uhr
Zurück auf unserer Insel

Sorry, aber wir sind nun auch schon wieder über eine Woche auf unserer Trauminsel. Hier kommt aber unser "Überfahrterlebnis":

Wir sind tatsächlich am Montag (08.05.) gestartet. Ich habe mir für um 5 Uhr den Wecker gestellt, um die aktuellen Daten von der Meßtonne anzusehen. Die meldet in den letzten Stunden eine durchschnittliche Wellenhöhe von 2,80 m und eine maximale Welle von 4,80 m. Ich flüstere fragend Ulrike diese Daten in ihr schlafenden Ohr und warte. Aus einem leichten Grummeln höre ich aber deutlich ein OK. Wow!

Der Wind weht mit 5-6 Windstärken und das ist auch gut so, denn unser schweres Schiff braucht diesen Druck in den Segeln um die hohen Wellenberge hinaufzukommen. Nur Chica will nicht so richtig. Sie bleibt auf ihrem Platz liegen und macht keine Anstalten aufzustehen. Sie ahnt wohl schon schlimmes.

Es ist zwischenzeitlich hell geworden und wir sind fertig mit unserem Frühstück. Naja, Ulrike´s Frühstück war recht übersichtlich, dafür aber mit einer Tablette Cinnarizin und einer ersten hohen Dosis Vitamin C gegen die Seekrankheit. Ich habe großen Respekt, dass sie segeln will. Sie kränkelt schon seit Tagen, hat aber entschieden, dass wir segeln.

Vor dem Hafen erwarten uns tatsächlich riesige Wellenberge. Wir müssen erst noch zwei Meilen raus kreuzen um so dann direkten Kurs auf São Jorge anlegen zu können. Vor der Hafeneinfahrt begegnen uns zwei französische Yachten, die dicht neben uns die Hafeneinfahrt anpeilen. Obwohl sie nur 100 m entfernt sind, verschwinden sie komplett in den Wellentälern.

Chica tut uns leid. Sie ist das Segeln nicht mehr so richtig gewöhnt und hat Angst. Gut, dass hier sind auch Bedingungen, die wir bisher auch nur einmal hatten. Aber nun müssen hier alle durch.

Zum Nachmittag werden die Wellen kleiner, die Sonne scheint und es wird so langsam ein vernünftiger Törn. Bisher war es kein Vergnügen. Ulrike geht es den Umständen entsprechend recht gut. Ich sitze im Cockpit und genieße die Sonne. Plötzlich ein lautes "ZSCHICH" dicht neben uns. Als sich der Schreck gelegt hat, sehe ich 30 m neben uns den langen Rücken eines Blauwals. Allein dieser Rücken war so lang wie unser Schiff. Wow, was für eine Überraschung und was für ein Gefühl. Nur schwer zu beschreiben. Die vielen Begegnungen mit Delphinen ist schon fast zur Routine geworden, aber ein Wal ..... Wir sind eben auf den Azoren und jetzt ist gerade Walzeit.

Die Nachtwache übernehme ich fast vollständig um Ulrike weiter zu schonen. Der helle Mond lässt leider nur wenige Sterne am Himmel erkennen. Am Horizont sind erste Schauerwolken zu erkennen und die Silhouette unserer Insel ist zu sehen. Aber was ist das denn da? Träume ich? Ich rufe Ulrike und sie sieht es auch. Ein Regenbogen bei Nacht! Ein vollständiger Bogen zieht sich in leichtem Grauschimmer von der einen Seite des Horizonts zur anderen. Bei genauerem Hinschauen sind auch ein paar schwache Farben auszumachen. Später googeln wir und tatsächlich, es ist ein äußerst seltenes Naturschauspiel, was wir erleben konnten. Ist das unsere Belohnung für das anstrengende Segeln?

Die Sonne geht auf und wir fahren unter Motor an der langen Küste unserer Trauminsel entlang. Die steilen grüne Hänge, die Wasserfälle und die kleinen Dörfer, die wie bunte Kleckse in den Bergen hängen, lassen uns wissen: Wir sind wieder in unserem Paradies!

Foto: Unser Grundstück wartet schon auf uns.

Sonntag, 7. Mai 2017 - 15:36 Uhr
We're stay immernoch here!

Wir warten auf den passenden Wind für unseren 134 Meilen-Schlag zurück auf unsere Insel. Aber ein Tief nach dem anderen schaufelt Westwind uns entgegen. Seit Freitag hat uns ein kräftiges Sturmtief, was nur knapp nördlich der Azoren steht und sich kaum bewegt, fest im Griff.

Vor fünf Stunden hat nun endlich der Wind (5-6 Bft.) auf die vorhergesagte südliche Richtung gedreht und soll so knappe zwei Tage durchhalten. Ausreichend für uns, eigentlich. Aber die Wellen ...... .

Zur Zeit sollen wir vor dem Hafen 4-5 m hohe Wellen haben. Die Messtonne, die nur ein paar Meilen entfernt liegt, meldet aber in der Spitze Wellen von knappen 7 m und gegen 10.00 Uhr registrierte sie sogar eine 10 m hohe Welle. Natürlich gehen wir unter diesen Bedingungen nicht raus. Wir haben zwar ein starkes Schiff, sind aber nicht lebensmüde.

Alles ist gut verstaut und für einen "Bullenritt" vorbereitet, aber wir warten. Gut, die immer wieder kommenden starken Regenschauer animieren uns auch nicht gerade zum Segeln. Nun hoffen wir, dass wir irgendwie in der Nacht starten können. Das wäre dann auch die letzte Chance, denn in der nächsten Nacht dreht der Wind schon wieder zurück.

Am Freitag klingelt Ulrikes Telefon, sehr früh. Also für uns jedenfalls. Ricardo, der uns den Hänger verkauft hat, will uns sagen, dass der Hänger auf São Jorge ist. Die Spedition hat sich gemeldet hat und fragt wo wir bleiben. Ulrikes verschlafene Antwort: "We`re stay immernoch here!"

Freitag, 28. April 2017 - 16:46 Uhr
Verlängerter Urlaub von der Insel

Es ist schon irgendwie wie Urlaub, so fühlen wir uns zumindest. Wir liegen hier in der großen Marina von Ponta Delgada und genießen den Hafentrubel, wenn wir beim Weinchen an der Hafenpromenade sitzen. Die Tage mit unsere Mutter waren schön, aber nun ist sie schon wieder im kalten Deutschland.

In Vorbereitung unserer Bauvorhaben haben wir die Zeit auch dazu genutzt, uns einen Überblick darüber zu verschaffen, was es alle so auf der größten Insel der Azoren gibt oder auch nicht. Fest steht nun, wir müssen nicht extra nach Lissabon fliegen um auf dem Festland z.B. bei IKEA einzukaufen. Alles was wir brauchen werden wir auf dieser Insel bekommen und das versenden auf eine der Nachbarinseln ist für die Azoris eine Selbstverständlichkeit.

Andere Sachen standen aber auch auf unserer ToDo-Liste. Auf einer portugiesischen Webseite für Kleinanzeigen haben wir einen robusten Lastenanhänger für unserer Pickup gefunden. Der ist zum Glück noch nicht verkauft und so lernen wir Ricardo mit seiner netten Familie kennen. Er lässt noch mit sich über den Preis verhandeln und dann kümmert er sich sogar noch darum, das der Hänger zur Spedition kommt und auf ein Schiff nach São Jorge verladen wird. Tolle Leute!

Mit Chica haben wir einen Termin in einer Tierklinik. Seit sechs Wochen humpelt sie immer ein wenig und belastet ein Bein anders. Unsere Tierärzte auf São Jorge haben kein Röntgengerät. Hier auf der Hauptinsel ist eben alles vorhanden. Eine eintägige umfangreiche Untersuchung bringt aber kein richtiges Ergebnis. Ihre Wirbelsäule und alle Gelenke sind top in Ordnung. Nun werden die Röntgenbilder auf´s Festland zu einem Hundeorthopäden geschickt. Mal sehen.

Eigentlich wollten wir gestern wieder zurück auf unsere Insel. Die Windrichtung stimmt noch, aber 7 Windstärken und eine Welle von 5,5 m lassen uns im Hafen bleiben. Erst recht, als wir sehen, wie am Vorabend die ersten Windböen hier in den Hafen krachen. Neben uns liegt eine Oyster mit 88 Fuß. Bei einer kräftigen Böe knallt es plötzlich. Wir springen raus und erleben, wie noch zwei weitere Riesenfender förmlich explodieren und die nagelneue Edelyacht ihre ersten Kratzer bekommt. Zur gleichen Zeit versucht die AIDAmar im Hafen anzulegen. Bei diesen Böen hat auch dieses Riesenschiff seine Probleme. Sie steht plötzlich quer im Hafenbecken und nur mit der Hilfe von zwei großen Hafenschleppern schafft sie es nach zwei Stunden endlich an der Pier anzulegen. Wir sind froh über unsere Entscheidung, den Hafen nicht zu verlassen.

Ein Blick auf die Wettervorhersage der nächsten Tage lässt uns aber die Stirn runzeln. Heute lässt der Wind zwar etwas nach, dreht aber auf nordwestliche Richtung. Genau da aber wollen wir hin. Also warten, es ist noch kein besserer Wind weit und breit zu sehen. Warten, nur wir haben u.a. auch Maracuja-, Tomaten-, Piripiri- und Paprikapflanzen gekauft. Die müssen nun bald in die Erde, aber im Cockpit scheinen sie sich wohl zu fühlen. Sieht lustig aus, wie die Pflanzen wachsen und wachsen.

Samstag, 15. April 2017 - 00:02 Uhr
"Winterschlaf" beendet

Die letzten Tage haben wir unsere MARIPOSA aus dem Winterschlaf erweckt. Dazu gehört natürlich auch, neue Flaggen aufzuziehen. Die alten sind nach einem Jahr nun wirklich nicht mehr zu gebrauchen.

Morgen starten wir nach Ponta Delgada, denn am Mittwoch kommt unsere Mutter dorthin.

Leider haben wir für die 134 Seemeilen keinen optimalen Wind. Werden morgen mehr oder weniger an unserer langen Insel vorbei motoren und hoffen, dann in der Nacht etwas mehr Wind zu bekommen. Die kleinen Windfenster mit dem passendem Wind für solch einen Schlag sind zur Zeit recht rar. Auf dieser Strecke gibt es keine richtige Möglichkeit abzulaufen um Schutz zu suchen.

Also hoffen wir mal, dass wir dann am Ostersonntag zum Nachmittag in Ponta Delgada sind.

Wir wünschen euch allen ein schönes Osterfest!
..... gebt die Hoffnung nicht auf, auch in Deutschland wird es irgendwann einmal wärmer.

Dienstag, 11. April 2017 - 22:07 Uhr
Winter"Einbruch"

Seit drei Tagen haben wir Nordwind. Der ist zwar ziemlich selten, aber dann wird es auch mal bei uns etwas kälter. Die Nacht haben wir schon mal nur noch 9 und am Tage 14 Grad.

Heute Morgen dann erscheint der Gipfel des Pico mit einer dicken Schneedecke. Da passt es, dass wir heute unsere Warmwasserheizung im Schiff endlich wieder in Betrieb nehmen konnten. Wobei, wir haben sie den ganzen Winter nicht vermisst.

Nach fünfjährigem Betrieb wollte die gute Webasto-Heizung einfach mal nicht mehr. Also ausbauen und auseinander nehmen. Der Brenner war total verkokt. Da konnte auch wirklich nichts mehr funktionieren. Ist ja auch eigentlich kein Wunder, so wie die Heizung den Lofoten- und Islandtörn laufen musste.
Das mir allerdings der Temperaturfühler dabei bricht, ist einfach Künstlerpech. Na, und da es hier solche Heizungen nicht gibt - warum auch - dauert es natürlich bis Ersatzteile da sind.

Apropos Heizung. Wir stecken ja in der Bauvorbereitung für unsere Häuser. Hier gibt es auch eine Wärmsschutzverordnung, die u.a. besagt, dass die Außenwände wärmegedämmt werden müssen. Verordnet von der EU. Nur, dass hier fast niemand eine Heizung in seinem Haus hat. Was für ein Blödsinn!

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