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Mittwoch, 7. Dezember 2016 - 17:27 Uhr
Stürmische Heimfahrt

Ulrike ist unterwegs in unsere "alte" Heimat. Alles nicht so einfach, denn unser Inselhopper fliegt im Winter meist nur einmal täglich und das auch nur, wenn das Wetter es zulässt. Heute habe ich ihn zum Beispiel noch nicht gehört. Wenn der dann auf einer unserer Nachbarinseln gelandet ist, dann ist es meist so, dass gerade der große Flieger auf´s Festland weg ist.

So ist Ulrike bereits gestern früh mit der Fähre zur Nachbarinsel Fajal. Naja, Horta ist ja auch keine schlechte Stadt. Allerdings war es recht hügelig. Sie war froh, als die Fähre nach 2,5 Stunden endlich in Horta ankam. Vorsichtshalber hatte sie schon einmal geschaut, wo die Würfeltüten hängen. Es ging aber alles gut.

Dafür dann die Belohnung, eine Nacht in einem schönen kleinen Hotel und das Beste: mit Badewanne! Gut, hat sie sich auch verdient, denn wir hatten Hochzeitstag.

Jetzt, wo ich diese Zeilen schreibe, wartet sie in Lissabon auf ihren Weiterflug nach HH und wenn dann alles gut geht, dann ist sie mit dem Leihauto kurz nach Mitternacht in Schwerin.

Ich habe gerade unser Schiff mit vier zusätzlichen Leinen im Hafenbecken verspannt. Die Fischer haben alle Boote draußen und die Hobbyskipper schauen nochmals nach ihren Booten.

Heute Abend zieht ein kleines aber kräftiges Tief über uns hinweg. Bis zu 10 Bft. aus Süd soll es geben. Hmm, das bedeutet eben, dass der Wind genau auf unseren Hafen steht. Zum Glück nimmt die 10 Meilen entfernte Insel Pico viel der gefährlichen Welle weg, aber wenn die Locals aktiv werden, dann sollte man nicht träumen.

Morgen früh soll der Spuk aber zum Glück schon vorbei sein. Wird wohl eine unruhige Nacht.

Sonntag, 13. November 2016 - 20:19 Uhr
Die Pakete finden uns

So, nun haben wir auch unsere ersten Erfahrungen mit der Paketpost aus Deutschland gemacht. Auf Grund unserer Erfahrungen aus dem letzten Jahr, wo die DHL die größte Marina Lissabons nicht gefunden hat, waren wir gespannt. Aber alles kein Problem. Alle Pakete haben uns gefunden.

Na gut, es dauert eben ein wenig. Amazon 3 Wochen und SVB 2,5 Wochen. Bei dem Wassersportversender SVB bezahlen wir aber auch nur 6,90 €, wie für ein Paket innerhalb von Deutschland. Das ist schon große Klasse!

Samstag, 29. Oktober 2016 - 00:40 Uhr
Ein Sturm, der beinahe unseren Besuch verweht hätte

Wenn wir Besuch an Bord haben, dann kommen wir einfach nicht zum Schreiben. Sorry!

Britta und Ansgar waren zu Besuch. Es waren sehr schöne Tage mit ihnen. Allerdings wäre die Anreise beinahe in die Hose gegangen. Ein Sturmtief, was sich erst zwei Tage vorher richtig ausgebildet hatte, verhinderte eine planmäßige Anreise. Wir versuchen meist unsere Gäste von der Insel Terceira abzuholen, aber für 62 Meilen benötigen wir schon brauchbare Segelbedingungen. Die hätten wir zwar für die Hinreise gehabt, aber wir wären gemeinsam nicht mehr zurück gekommen. So war geplant, dass die beiden am nächsten Tag mit dem Inselhopper auf unsere Insel fliegen. Aber zu unserer großen Überraschung war der Flieger, immerhin mit 80 Plätzen, ausgebucht. Musste also eine Alternative her und die hieß noch am gleichen Tag weiter mit dem Flieger auf die Insel Fajal und von Horta mit der Abendfähre zu uns. Klingt umständlich, aber um 21.00 Uhr konnten wir sie dann endlich abholen. Die Überfahrt war schon recht bewegt, denn es wehte schon mit 5-6 Bft.

Ein paar Tage später erfuhren wir, dass alle Flieger an den nächsten drei Tagen wegen des Sturmes nicht geflogen sind. Auch die Fähre fuhr wegen des Sturmes und Wellen von über 12 m tagelang nicht mehr. Da hatte unser Besuch großes Glück und uns zeigt es eben, dass wir uns etwas aus der Komfortzone der Zivilisation entfernt haben.

Foto: Sturmumbrauste Fajã aus fast 500 m Höhe

Freitag, 14. Oktober 2016 - 15:35 Uhr
Auf dem höchsten Berg unserer Insel

Es zeichnete sich schon den Abend vorher ab. Der Pico hatte plötzlich keine Krone aus Wolken mehr und die Sonne versank blutrot im Meer. Das Barometer zeigte 1023 hPa.

Am nächsten Morgen dann bestes Hochdruckwetter. Kein Wölkchen am Himmel, 22 Grad Lufttemperatur und eine Luftfeuchtigkeit schnell auf unter 50 % absinkend. Wir starten unseren nächsten Versuch, den Pico da Esperança zu "besteigen". Er ist mit 1.056 m der höchste Berg unserer Insel. Bisher haben wir ihn meist nur wolkenverhangen zu Gesicht bekommen.

Gut, wir schummeln ein bisschen und fahren mit dem Auto bis auf ca. 700 m Höhe und wandern das letzte Stück bis zum Gipfel. Der besteht aus einer eingestürzten Caldera, oder eigentlich sind es mit dem Nebenkrater zwei. In beiden haben sich kleine Teiche gebildet. Den Kraterrand kann man auf einem kleinen Trampelpfad einmal komplett umrunden. Überrascht sind wir, dass alles von einer dicken Grasschicht bedeckt ist. Unser Hund fühlt sich sauwohl.
Und wir? Wir sind begeistert! Einen perfekten Rundumblick und so sehen wir alle Inseln der mittleren Azorengruppe. Südlich von uns grüßt wieder der Pico mit seiner doppelten Höhe. Einzelne kleine Wolken, die auf der Nordseite vorbeiziehen, liegen unter uns. Die Sonne scheint, es ist warm und kein Wind. Windstille auf über 1.000 m Höhe und das mitten im Atlantik! Wir liegen im Gras, was grüner nicht sein kann und genießen die totale Ruhe. Wir hören einfach nichts, gar nichts! Wann hat man das schon einmal.

Nach über einer Stunde rappeln wir uns wieder auf und gehen zu unserem Auto. Wir wissen sofort, dass wir bei der nächsten passenden Gelegenheit hier wieder sein werden.
Bevor es zum Schiff geht, gibt es noch einen kleinen Badestopp an "unserem" Naturpool. Glasklares Wasser bei Wassertemperatur von 22 Grad. Was will man mehr?

Heute: Nieselregen, tiefhängende Wolken, aber warm.

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Sonntag, 9. Oktober 2016 - 21:13 Uhr
Wir sind wieder DDR-Bürger!!

Unsere Entscheidung ist gefallen, wir wollen auf dieser Insel bleiben! Wir können uns vorstellen den Rest unseres Lebens auf dieser Insel und auf den Azoren zu verbringen. Zumindest solange wir gesund bleiben.

Das große Seegebiet der Azoren ist ein fantastisches (Hochsee-)Segelrevier mit tollen Inseln, sodass wir unser Segelboot behalten werden und so auch weiterhin unsere Freiheit genießen können.

Nun hieß es in der letzten Woche den Papierkram anzugehen. Anmeldung als Resident hier auf São Jorge und Ummeldung unserer Steuernummer beim Finanzamt - ist der wichtigste Schritt hier in Portugal. Dort haben wir dann mal gleich die Steuer "Imposto Único de Circulacão" bezahlt, immerhin 126,24 € (richtet sich nach der Motorleistung). Das ist eine jährliche Steuer für ein Boot mit Motor. Wussten wir bisher nicht, aber wir haben einen Tipp bekommen, dass man das verlangt, wenn wir mehr als 180 Tage mit unserem Boot in Portugal sind. Wie für alles bekommt man dann ein amtliches Dokument ausgehändigt, dass man uns und in diesem Fall auch das Schiff registriert hat. An Bord zurück schauen wir uns das Dokument dann genauer an und sehen verdutzt als Herkunftsland: " República Democrática Alemã" auf Deutsch: Deutsche Demokratische Republik! Ist sie wieder auferstanden oder hat sich das mit Deutschland und seinen Grenzen noch nicht bis hierher rumgesprochen? Was für ein Spaß!

Der nächste Gang führte uns dann zur nächsten Behörde. Wir müssen noch unsere "Leuchtturmsteuer" von 2,00 € pro Jahr bezahlen. Hätten wir schon lange machen müssen, aber irgendwie scheiterten bisher alle Versuche. Haben aber schon von verschiedenen Seglern gehört, dass bei Kontrollen der Policia Maritim genau auf diesen Nachweis geachtet wird. Zuständig dafür ist die Marinha. Hierzu gehören die Seestreitkräfte Portugals, die Seeüberwachung, die Unterhaltung der maritimen Infrastruktur uvm. Sogar auf unserer kleinen Insel gibt es ein Büro mit täglichen Bürozeiten von 9 bis 15 Uhr. Dort müssen wir hin, sagt man uns.
Eine nette Frau hinter einem Schalter füllt nach Vorlage unserer Pässe und aller Bootsdokumente mehrere Formulare aus. Dauer ca. 20 Minuten. Gut, da sie nicht Englisch spricht und wir noch kein Portugiesisch können, dauert es vielleicht etwas länger. Alle Papiere sind fertig und wir wollen nun unsere 2 € bezahlen. Geht aber nicht, da der "Senhor Presidente", die Dokumente unterschreiben muss und der ist jetzt gerade nicht da. Wir sollen morgen nochmals wiederkommen. Am nächsten Tag dann wir wieder dahin. Zum Glück ist der Weg von der Marina nicht weit. Die nette Frau begrüßt ist mit ihrem freundlichen Lächeln und gibt uns zu verstehen, dass auch heute der "Senhor Presidente" nicht da ist und damit bisher unsere Quittung oder was das auch ist, nicht unterschrieben werden konnte. Wir sollen am Montag wiederkommen. So, nun wollen wir mal sehen, ob wir morgen unsere 2 € loswerden und man uns mit der stolzen Ausgabe der Bestätigung beeindrucken kann. Der ganze Aufwand für 2 € (in Worten: ZWEI EURO) im Jahr!

Wir haben schon einiges von der sagenhaften Bürokratie Portugals gehört und nun haben wir sie das erste Mal selbst erlebt. Es muss ja auch einen Grund geben für die schwierige Lage der portugiesischen Volkswirtschaft.
Wir befürchten nur, dass wir bald wieder von solchen Erlebnissen berichten können, denn wir wollen hier auch ein Haus bauen und ..... . Nun, wir werden berichten.

Dann haben wir auch in dieser Woche ein Konto bei einer einheimischen Bank eröffnet. Sehr freundlich, sehr nett und alles in Englisch. Sogar der größte Teil der Formulare war zweisprachig (Port./Engl.). Das lief ähnlich flott wie in Deutschland. Der Bankangestellte hat uns dann noch den Internetzugang zu unserem Konto erklärt. An seinem PC auf seinem Schreibtisch. An einer Technik, die sicher schon 10 Jahre alt ist und die Geschwindigkeit seines PC´s ..... . Oh oh, da hat nur das alte Modemgeräusch gefehlt. Ihr wisst was ich meine?

Foto: Ortseingang von Velas mit Blick über den "Hausberg" und dem Pico im Hintergrund

Montag, 3. Oktober 2016 - 20:44 Uhr
Besuch ist schön!

Nun sind unsere langjährigen Freunde Merve und Axel wieder zu Hause und morgen steigen sie bereits schon wieder in den Alltagsstress ein. Die gemeinsamen zwei Wochen vergingen wie im Fluge. Für uns war es eine tolle Abwechslung, einmal wieder Besuch aus der Heimat zu bekommen.

Für die Insel Terceira und Faial haben wir uns ein Auto gemietet und sind die beiden Inseln abgefahren, waren wandern und haben viel gebadet. Sind schon schöne Inseln mit tollen Ecken. Aber der Höhepunkt, so haben es uns die Beiden bestätigt, ist "unsere Käseinsel" São Jorge. Diese wilde Natur mit ihrem allgegenwärtigem Grün, den hohen Bergen, den steilen Küsten mit ihren Fajas und den Naturpools im glasklaren Blau des Atlantiks haben auch unsere Freunde verzaubert. Sie können uns verstehen, dass wir von dieser Insel nicht mehr loskommen und wir fühlen uns mehr als bestätigt.
Noch Fragen zu unserer neuen Idee?

Foto: Horta auf Faial - Ein Besuch im Peter´s Café Sport ist natürlich ein Muss.

Samstag, 24. September 2016 - 10:42 Uhr
Besuch an Bord und Inselnbummeln

Unsere Freunde Merve und Axel sind mal wieder an Bord. Mit einem Direktflug von Düsseldorf zu unserer Nachbarinsel Terceira landeten sie auf den Azoren. Uns brachte ein kräftiger Nordwind von 6 Windstärken zu der 63 Meilen entfernten Insel. Es war eine sehr schnelle Überfahrt, auch wenn es mit 4,5 m hohen Wellen doch etwas hügelig war. Wir wussten gar nicht mehr, wann wir unter solchen Bedingungen das letzte Mal gesegelt sind.

Mit einem Leihauto haben wir gemeinsam die am dichtbesiedelste Insel erkundet. Wandern, Straßenstierkampf, Baden, es war alles mit dabei. Günstiger NO-Wind brachte uns wieder zurück zu unserer Trauminsel und hier verbringen wir schöne ruhige Tage mit unsere Freunden. Na, so ganz ruhig sind sie auch wieder nicht, denn wir basteln schon wieder an einer neuen Idee.

Donnerstag, 8. September 2016 - 22:27 Uhr
Wolkenfreie Berggipfel

Endlich. Gestern hatten wir Glück und die Berggipfel unserer Insel von über 1.000 m über dem Meer waren wolkenfrei.

Was für ein Ausblick und damit konnten wir alle vier weiteren Inseln der mittleren Gruppe sehr gut sehen. Im Süden die Insel Pico, daneben Faial mit der Stadt Horta, im Westen Terceira und im Norden die kleine Insel Graciosa.

Diesen genialen Ausblick brauchten wir nur mit den Rindern auf den Hochweiden teilen. Keine weitere Menschenseele, weit und breit.

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