Unser Bauvorhaben

Unsere Bauvorhaben

Hier wird mal unser Haus stehen

Auf diesen Seiten werden wir von unserem neuen Abenteuer "Bauen auf den Azoren" berichten.

Unser Baubericht

Samstag, 17. März 2018
Alles Handarbeit

Hier (Klicke auf die Überschrift) sieht man die Organisation der Handarbeit.

Samstag, 17. März 2018
Bauen bei jedem Wetter

Wenn es läuft, dann läuft es.

Vor drei Wochen war Baubeginn und die tragenden Wände beider Häuser sind schon nahezu hoch. Alles passiert hier mit der Hand und Muskelkraft. Beton für die Fundamente oder für die Stahlbetonstützen, die den Schutz vor Erdbeben geben, wird vom kleinen Mischer in Schubkarren, dann in Eimer und von Hand eingefüllt. Fertigbeton und Betonpumpen gibt es zwar auf der Insel, werden aber nur auf Großbaustellen verwendet. Die geringen Arbeitskosten machen die Handarbeit viel günstiger.

Das Wetter spielt aber eigentlich nicht richtig mit. Wir hatten in den letzten Wochen viel Wind und sehr viel Regen. Schlechtwetter? Gibt es hier auf dem Bau nicht. Hier wird gearbeitet, auch bei Sturm. Klicke auf die Überschrift für eine kleine Videosequenz.

Montag, 5. März 2018
Wie baut man eigentlich in einem Erdbebengebiet?

Diese Frage haben wir uns bereits gleich zu Beginn unserer Bauabsichten gestellt.
Die Azoren gehören zu einem der für Erdbeben am meisten gefährdeten Gebieten der Welt. Fast täglich ereignen sich hier leichte Erdstöße, die man aber nicht spürt. Ganz anders in der letzten Woche, als die große Insel São Miguel von einem Erdstoß der Stärke 4,3 getroffen wurden. Das Epizentrum lag ca. 20 km westlich der Insel im Meer und das Beben war auf der Insel deutlich zu spüren. Es ist niemand verletzt worden und soweit bekannt, sind auch keine Schäden gemeldet worden. Wir haben nichts gemerkt und auch die gesamte Zeit, seit dem wir hier auf den Azoren sind, haben wir noch kein Erdstoß gemerkt.
Seit vielen Jahren darf hier nur noch erdbebensicher gebaut werden. Wie das aussieht kann man auf dem Foto gut erkennen. Die Häuser werden auf einer sich selbst tragenden Stahlbetonkonstruktion gebaut. Relativ einfach, soll aber recht wirksam sein. Baut man auf dieser Weise, dann sind diese Häuser sogar in der Gebäudeversicherung gegen Erdbebenschäden versicherbar und vor allen Dingen ist diese Versicherung auch bezahlbar.

Samstag, 24. Februar 2018
Endlich Endlich Endlich! Es geht los!

Die positiven Ereignisse überschlagen sich förmlich und das Wichtigste zuerst: Wir haben mit dem Bauen anfangen können! He, nun geht es los! Endlich!
Hinter uns liegen ein paar Wochen, die nicht ohne waren.

Durch die Gespräche mit den Baufirmen und den konkreten Verhandlungen mit "unserer" Baufirma haben wir viel gelernt. Grundsätzlich ist es hier so, dass die Firmen erst einmal idiotische Angebote abgeben. Nach dem Motto: "Na vielleicht haben wir Glück und treffen auf einen Idioten." Erst bei den dann folgenden Gesprächen kommt man sich im Preis langsam näher oder eben auch nicht.

Leider wollen wir zu einer ungünstigen Zeit bauen. Auch hier auf unserer Insel herrscht ein Bauboom. Die vielen öffentlichen Bauaufträge und die staatliche Touristikförderung führt zu vollen Auftragsbüchern der Baufirmen. Wir erreichen somit leider nicht den von uns geplanten Finanzrahmen und so werden wir von unserem Gesamtvorhaben etwas abspecken. Wir bauen nur die zwei Gästehäuser und verzichten vorläufig auf unser Haupthaus. Dafür vergrößern wir das eine Gästehaus von 61 auf 78 m² und werden dort erst einmal selbst einziehen.

Da wir bei dem Standort der Gästehäuser von einer befristeten Ausnahmeregelung zur Tourismusförderung profitieren, können wir nicht davon ausgehen, dass wir so dicht am Wasser jemals wieder eine Baugenehmigung bekommen werden. Folgerichtig nutzen wir also diese Gelegenheit und schauen einfach erst einmal, wie sich alles entwickelt.

Die Detailplanung der Häuser haben wir abgeschlossen und nun schauen wir mal, was die Baufirma daraus macht. Laut Vertrag, den wir aber bisher nur per Handschlag "vorliegen" haben, sollen beide Häuser zum Ende Oktober diesen Jahres schlüsselfertig sein. Erstaunlich ist, dass wir immer erst am Ende eines jedes Monats nach dem bis dahin erreichten Baufortschritt, bezahlen werden. Dies ist auch für hiesige Verhältnisse nicht Standard. Die Baufirma, für die wir uns entschieden haben, hat hier einen sehr guten Ruf. Na mal sehen.
Nun dreht sich bereits der Bagger und nach einer nur dünnen Schicht von Mutterboden, wühlt sich die Schaufel durch ein feines Lavageröll.

Den ganzen Papierkram haben wir nun fast hinter uns. Wir haben auch gelernt, dass wenn man eine Baugenehmigung hat, man noch lange nicht mit dem Bauen anfangen kann. Denn wenn man sich nun endlich für eine Baufirma entschieden hat, dann muss man eine sogenannte Bauanzeige einreichen und mit ihr eine lange Liste von 16 Papieren einreichen. Als wir sie nun endlich zusammen hatten und diese am Mittwoch zum Rathaus brachten, haben sich erst einmal drei dortige Mitarbeiter 20 Minuten lang die gesammelten Werke angesehen und diskutiert, was das für Unterlagen sind und ob sie vollständig sind. Gut das wir fast nichts von der Sprache verstehen, aber es kam uns schon so vor, als ob das der erste Bauantrag seit Ende der Salazar-Diktatur (1974) ist. Später erfahren wir, dass gerade neue Bauvorschriften eingeführt werden und man gerade bei Ausländern keine Fehler machen möchte. Kommende Woche sollen wir nun die "Aviso", was so etwas wie die öffentliche Bauanzeige ist, bekommen.

Zwischenzeitlich sind wir auch in unser gemietetes Haus umgezogen und staunten nicht schlecht, wie viel Kram wir so in unserem Schiff hatten.

Ja, und unser Angelboot haben wir nun auch endlich bekommen. Das bisherige ruhige Winterwetter ließ auch schon ersten erfolgreichen Angelversuche zu.

Montag, 5. Februar 2018
Haben uns "eingemietet"

Nun bekommen wir doch schon Anfragen von Freunden, wann wir zurück nach D kommen. Ups, das haben wir nun davon, wenn wir nichts mehr schreiben.

Also, der Schein trügt. Wir sind immer noch sehr glücklich und zufrieden auf unserer Insel. Zwar haben wir uns das mit dem Bauen etwas anders vorgestellt und merken auch in anderen Dingen, dass es hier und da Problemchen gibt. Vor allen Dingen, wenn es wochenlang keinen Jogurt und Lorbeerblätter gibt. Da wird mein Ulrikchen schon mal etwas fest. Zum Glück gibt aber Jogurtbereiter bei einem Großversender mit A zu bestellen, der auch auf unsere Insel liefert und die Lorbeerbüsche gibt es in den unseren Bergen. Also, wo ist der Grund um unsere Pläne zu ändern?

Wir haben uns jetzt ein Haus gemietet. Nach knapp 3 Jahren an Bord werden wir in den nächsten Tagen wieder in ein festes Haus ziehen. Eigentlich ist es an Bord immer noch gemütlich, aber immer im Hafen zu liegen ist dann doch irgendwie langweilig.

Problem nur, dass es in den Haus wohl noch etwas streng riechen wird (siehe Foto). Ja, und vorher müssen die jetzigen Mieter natürlich auch noch das Grundstück mähen.

Na mal schau´n.

Donnerstag, 4. Januar 2018
Auch mal über Kleinigkeiten freuen

Gestern kommen wir zu unserem Grundstück und ..... wow. Der Energieversorger ist beim Setzten von zwei Leitungsmasten. In der nächsten Woche soll das neue Kabel gezogen werden. Es passieren doch noch kleine Wunder.

Vorausgegangen ist eine längere Geschichte, die seit dem September am Köcheln ist. Da unsere Straße, an deren Ende wir bauen wollen, zu den „ärmeren“ Gegenden unseres Dorfes gehört, liegt dort nur ein „Bindfaden“ von Freileitung mit nur 230 V. Die von uns gewünschten 380 V gibt es in dem Teil unseres Dorfes nicht, auch die vorhandene alte Leitung würde für unser Vorhaben nicht mehr ausreichen. So wird jetzt ein neues Kabel durch das halbe Dorf auf unsere Kosten gezogen. Toll, den hohen vierstelligen Betrag hätten wir gern anders verwenden wollen.

Einen kleinen Lichtblick gibt es aber. Für das Internet liegt in unserer Straße bereits ein Glasfaserkabel und unsere Insel ist an das Hightspeednetz angeschlossen. Äh, wie ist das in Deutschland? Verkehrte Welt.

Leider entwickeln sich die Gespräche mit den Baufirmen sehr zäh. Von sechs Firmen haben wir erst ein halbes Angebot und das ist unter aller SAU. Der „Ausländeraufschlag“ liegt mal locker bei knapp 100%. Naja, man kann es ja versuchen. Aber nicht mit uns!

Was macht unser Jahrhundertbauwerk, die Mauer? In der Woche vor Weihnachten tauchte plötzlich Francisco auf und hat einen vollen Tag gearbeitet. „Braucht er noch vor Weihnachten schnell Geld?“ Wir lagen falsch. Es fehlt zwar nur noch ein kleiner Teil, vielleicht ein halber Tag Arbeit. Sie ist aber nicht fertig.

Aber noch ein Lichtblick. In der nächsten Woche soll unser Angelboot fertig sein. Sollen wir daran glauben?

Sonntag, 26. November 2017
Es geht voran!

Langsam, ganz langsam passiert jetzt hier etwas.

Die Unterlagen vom Ingenieur sind nach 7 Wochen endlich fertig. Zwei Wochen waren versprochen.

Wie wir aus der Câmara (Rathaus) gehört haben, liegt unser Vorgang bereits fertig zur Abholung bereit. Die Behörde arbeitet hier wirklich super! Abholen können wir aber dann doch noch nicht, da wir die Baufirma benennen müssen, die für uns bauen wird. Das ist deshalb nötig, da nur Firmen Wohnhäuser bauen dürfen, die dazu auch eine Lizenz haben und gegen Insolvenz versichert sind. Jedes Wohnhaus muss auch nach der Fertigstellung von der Câmara abgenommen und für Wohnzwecke freigegeben werden. Erst dann darf man sein Haus beziehen. Wir lernen gerade sehr viel.

So zum Beispiel, dass die Hygienevorschriften beim Bau recht scharf sind. So ist es zwingend vorgeschrieben, dass in jedem Bad eine Badewanne und neben jedem Klo auch ein Bidet zu sein hat. Ok, wir werden auch mal alt und dann kann man sich wenigstens darin die Füße waschen.

Genau so, dass zwischen einem Wohnraum und der Küche mindestens zwei Türen zum WC zu sein haben. Mal sehen, was noch so kommt. Wir nehmen es mit Fassung. Was bleibt uns auch anderes übrig, wenn man sich auf solch ein Abenteuer einlassen will.

Nun laufen auch endlich die ersten Gespräche mit den Baufirmen zur Abgabe von Angeboten. Das Interesse scheint ganz gut zu sein und nun hoffen wir, dass wir auch vernünftige Preise bekommen und der übliche "Ausländeraufschlag" sich in Grenzen hält. Allerdings herrscht auch hier ein Bauboom. Na mal sehen.

Und es passiert auch etwas mit unserem Angelboot. Lief mir doch vor ein paar Tagen José Ricardo im Supermarkt über den Weg. Zwischen den Regalen konnte er mir nicht mehr ausweichen. "Ola, ich rufe dich morgen an und gebe dir den Preis durch." So werden hier Geschäfte gemacht. "Ne, ich komme zu dir und du gibst mir ein schriftliches Angebot" sage ich. Ich soll morgen vorbei kommen, dann hat er es fertig. Ich lasse ihm einen Tag mehr Zeit und komme in seinen Laden. Natürlich ist kein Angebot fertig. Er nimmt einen Zettel aus dem Drucker und kritzelt ein paar Zahlen drauf. Fertig ist das Angebot. Nach mehr als 10 Wochen!! Ein paar Tage später sind wir wieder bei ihm und besprechen die Ausstattung des Bootes und wir bekommen doch plötzlich ein richtig sauber handgeschriebenes Angebot ausgehändigt. Wow, geht doch!

Was ist nun mit der Mauer? Nichts, gar nichts ist passiert. Wird wohl noch dem BER Konkurrenz machen.

Bild: Herbst auf São Jorge mit vielen Regenbögen

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